Die Lebenserwartung der Deutschen Dogge
Die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen Dogge beträgt nur 6,5 Jahre, wie zahlreiche Studien und Datensammlungen belegen. Dabei sind die häufigsten Todesursachen Krebs, Magendrehung und Herzkrankheiten. Im Vergleich zu anderen Hunderassen hat die Deutsche Dogge ein sehr niedriges Durchschnittsalter.
Auch die absoluten Zahlen aus drei verschiedenen DDC-Zuchtstätten der Deutschen Dogge bestätigen diese Tatsache. Ursachen für die niedrige Lebenserwartung sind die geringe genetische Vielfalt der Rasse, die zu Inzuchtdepression und der Anhäufung von Erbkrankheiten geführt hat. Auch eine jahrzehntelange Selektion auf äußere Merkmale und der Trend zur Übertypisierung der vergangenen Jahre fordern ihren Tribut. Nicht zuletzt fehlende Transparenz und Professionalität von Züchtern und Zuchtvereinen haben den schlechten Gesundheitszustand der Deutschen Dogge manifestiert. Doch Panik und Aktionismus sind genauso kontraproduktiv wie wie Stillschweigen und Lethargie.
Doggen können durchaus 13,14 oder sogar 15 Jahre alt werden. Eine Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung der Deutschen Dogge auf 8 bis 9 Jahre ist durchaus realistisch, wenn die (schon lange) bekannten populationsgenetischen Grundprinzipien endlich auch Einzug in die Zuchtpraxis finden. Der einzelne Züchter kann auch jetzt schon Maßnahmen ergreifen wie Vermeidung von Inzucht, Gesundheitsuntersuchungen und die Verwendung von Zuchthunden mit langlebigen Ahnen. Doch ohne die Hilfe der Züchterkollegen und Zuchtvereine ist er machtlos und seine Bemühungen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Überlegtes und koordiniertes Handeln der Zuchtvereine, sowohl national als auch international, ist gefragt. Letztendlich muss ein Umdenken stattfinden, damit eine ganzheitliche Zuchtpolitik die niedrige Lebenserwartung der Deutschen Dogge erhöhen kann. Die Veränderung muss also zuallererst in den Köpfen der Züchter und Zuchtverantwortlichen stattfinden. Und vielleicht ist dies letztendlich auch die größte Hürde.

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